Egal, wer im Moment über den Fluglärm rund um den Flughaften Zürich diskutiert. Ob die Südanflug-Gegner, die anderen Gemeinden rund um den Flughafen, die Zürcher Regierung oder auch die Deutsche Regierung bzw. das Bundesland Baden-Baden, jeder ist eher emotional geladen.
Dabei wäre es doch recht einfach. Unbestritten ist ja, dass es einen Flughafen in der Grösse von Zürich-Kloten braucht und dass die umliegende Gegend davon wirtschaftlich profitiert. Die Frage muss daher sein: Welche Verteilung des Lärms, der von diesem Flughafen ausgeht, ist gerecht?
Obwohl die Antworten auf diese Frage in der derzeitigen Diskussion weit auseinander gehen, wäre sie rein rational gesehen recht einfach: Möglichst wenige Menschen mit Fluglärm zu belasten und alle rund um den Flughafen mit gleich viel Lärm zu belasten.
Wie geht das konkret? Wenn 1 Flugzeug bei der Landung aus Richtung “X” 10’000 Bewohner belästigt, 1 Flugzeug bei der Landung aus Richtung “Y” aber 100’000 Bewohner belästigt, sollte der Verteilschlüssel so sein, dass aus Richtung “X” 10 mal mehr Flugzeuge landen. So würden bei 11 Landungen in jeder Richtung die genau gleiche Anzahl Bewohner, nämlich je 100’000, belästigt.
Wieso funktioniert das im Fall Zürich nicht? Eine solche Lösung würde die Wiedererhöhung der Nordanflüge, auch über deutsches Gebiet bedeuten, da dieses Gebiet im Vergleich zur Agglomeration Zürich in den anderen Himmelsrichtungen eher dünn besiedelt ist. Und Deutschland will im Moment nicht verhandeln. Eigentlich ist das unverständlich:
- Süddeutschland profitiert genauso wie die anderen Regionen um den Flughaften von der positiven Beeinflussung der Wirtschaft
- Viele Süddeutsche fliehen vor der hohen deutschen Arbeitslosigkeit und wohnen und/oder arbeiten im Raum Zürich, was mit der Personenfreizügigkeit auch problemlos möglich ist
- Auch Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit nutzen den Flughhafen Zürich rege
Daher sollten alle Gebiete rund um den Flughafen, unabhängig von der Nationenzugehörigkeit (einerseits von einer Region zu profitieren, andererseits dieser Region via Berlin in den Rücken zu fallen ist nicht fair!), eine solche Lösung akzeptieren, dann wäre das Thema eigentlich schnell erledigt…