Wieso wird ein Ladenbesitzer eigentlich gezwungen, seinen Laden an gewissen Zeiten geschlossen zu halten. Er ist ja der Eigentümer und sollte so selber bestimmen können, wann er ihn offen hält und wann nicht. Dabei würde er sich vernünftigerweise am Markt ausrichten, kurz gesagt also den Laden offen halten, wenn er sich einen angemessenen Umsatz verspricht und ihn geschlossen halten, wenn er sich keinen Mindestumsatz verspricht.
Der Einwand wird nun hauptsächlich sein, dass es Ladenschlussgesetzte brauche, um die Mitarbeiter zu schützen. Diesen Mitarbeiterschutz finde ich wichtig und notwendig, hat aber meines Erachtens nichts mit den Ladenöffnungszeiten zu tun! Wieso das? Mitarbeiterschutz soll darin bestehen, dass z.B. ein Mitarbeiter nicht länger als 40 Stunden pro Woche bzw. 8 Stunden pro Tag arbeiten muss. Wann er diese Arbeit leistet, soll aber nicht gesetzlich festgelegt sein.
Ich bin überzeugt, dass es genügend Leute gibt, die auch gerne an Randzeiten oder Wochenenden arbeiten würden. Zum Beispiel Studenten, die unter der Woche im Hörsaal sitzen müssen. Oder Ehepartner mit Kindern, die sich so die Kinderbetreuung aufteilen könnten. Und viele Leute, die Abends lange im Büro arbeiten müssen, könnten ihre Einkäufe zeitlich so terminieren, dass sie nicht alle gleichzeitig am Samstag in den völlig überfüllten Einkaufszentren schlange stehen müssten. Eine etwas bessere Verteilung der Spitzenzeiten in Einkaufszentren würde ja evtl. sogar noch die Arbeitsqualität des Verkaufspersonals erhöhen!
Und dass es nicht so schlimm sein kann, am Abend oder am Wochenende zu arbeiten, zeigen uns ja andere Branchen. Ein Zug fährt uns ja am Sonntag auch nicht alleine in die Berge, der Koch muss auch am Sonntag Abend kochen, die Zeitung vom Montag muss auch am Sonntag vorbereitet werden, IT Systeme müssen in der Nacht und am Wochenende gewartet werden usw. Wieso wird die Arbeit in Verkaufgeschäften derart anders behandelt?